BEYOND 40 RUNNING – Auf dem Weg nach Berlin

NEWSLETTER #2

Warum Gefühl kein verlässlicher Trainingspartner ist

Warum Training ohne Steuerung langfristig zum Zufallsprinzip wird.


Liebe Lauffreunde,

nach dem Wendepunkt aus Newsletter #1 war mir eine Sache klar:

Mein System war nicht stabil.
Und mein Training war nicht steuerbar.

Ich konnte Leistung abrufen.
Aber ich konnte sie nicht kontrollieren.

Und genau dort lag das eigentliche Problem.

Wenn ich heute auf meine ersten Monate zurückblicke, war mein Training sehr einfach aufgebaut.
Ich bin gelaufen.
Mal schneller.
Mal langsamer.
Je nachdem, wie es sich angefühlt hat.

An guten Tagen wurde es intensiver.
An schlechteren Tagen ruhiger.

Das wirkt logisch.
Und genau deshalb trainieren sehr viele Läufer so.

Was ich damals noch nicht verstanden hatte:
Gefühl ist nicht automatisch eine verlässliche Steuerung.

Ein Lauf kann sich leicht anfühlen, obwohl die Belastung deutlich zu hoch ist.
Und ein Lauf kann sich schwer anfühlen, obwohl er exakt im richtigen Bereich liegt.

Das Problem ist nicht das Gefühl selbst.
Das Problem ist die fehlende Einordnung.

Rückblickend war genau das einer meiner größten Fehler.
Ich habe Training oft danach bewertet,
wie es sich in diesem Moment angefühlt hat.

Nicht danach,
wie mein System tatsächlich auf die Belastung reagiert.


WARUM GEFÜHL ALLEIN NICHT REICHT

Nach meiner Rückkehr aus der Verletzung wurde das besonders deutlich.

Ich habe wieder trainiert.
Ich habe mich gesteigert.
Und trotzdem hatte ich kaum Kontrolle darüber,
warum manche Einheiten funktionierten und andere nicht.

Woran habe ich dies erkannt?

Manche Läufe fühlten sich hervorragend an.
Zwei Tage später war ich plötzlich müde.
Andere Einheiten fühlten sich schwer an und brachten trotzdem Fortschritt.

Ich verstand den Zusammenhang nicht.

Erst später wurde mir klar:

Fortschritt, der nicht steuerbar ist, bleibt langfristig zufällig.

Genau dort begann sich mein Training grundlegend zu verändern.

Ich habe begonnen, Belastung bewusster einzuordnen.

Nicht nur:
Wie fühlt sich der Lauf an?

Sondern:
Wie intensiv ist er wirklich?
Wie reagiert mein Körper darauf?
Und wie konstant kann ich Belastung reproduzieren?

Das klingt zunächst technisch.
In Wirklichkeit geht es jedoch um etwas sehr Einfaches:
Verständnis.

Rückblickend trainierte auch ich häufig genau in diesem Grauzonenbereich.

Nicht wirklich locker.

Nicht wirklich intensiv.

Genau dort entsteht häufig Stillstand.

Auch ich musste das erst lernen.

Heute weiß ich:
Steuerung entsteht nicht dadurch,
dass man den Körper ignoriert.

Sondern dadurch,
dass man Signale richtig einordnet.

Aus genau diesem Verständnis entstand mein heutiges Trainingssystem.


WAS DAS KONKRET VERÄNDERT

Für Hobbysportler bedeutet das oft bereits einen entscheidenden Unterschied.

Wenn du regelmäßig läufst,
aber deine Einheiten ständig unterschiedlich intensiv werden,
fehlt deinem Training häufig die Vergleichbarkeit.

Ein erster Schritt kann deshalb sein,
eine ruhige Einheit bewusst konstant zu laufen.

Nicht schneller werden.
Nicht permanent reagieren.
Sondern lernen,
Belastung kontrolliert umzusetzen.

Für ambitionierte Läufer wird genau dieser Punkt noch wichtiger.

Wenn Intensitäten nicht reproduzierbar sind,
kann dein System nicht gezielt adaptieren.

Das führt häufig zu:

• inkonsistenten Trainingsreizen
• schwer einschätzbarer Erholung
• begrenzter Leistungsentwicklung

Der entscheidende Hebel liegt deshalb oft nicht in mehr Training.

Sondern in präziserem Training.


DER ERSTE SCHRITT ZUR KONTROLLE

Heute verstehe ich:
Der Unterschied zwischen Training und Entwicklung liegt häufig nicht in der Motivation.

Sondern in der Steuerbarkeit der Belastung.

Nicht härter trainieren.
Sondern präziser.


AUSBLICK

Im nächsten Newsletter geht es um die Grundlage hinter dieser Steuerung.

Denn relativ schnell wurde sichtbar:
Nicht die Intensität war mein größter limitierender Faktor.

Sondern die Stabilität der Basis,
auf der das gesamte System aufgebaut war.

Die Entwicklung geht weiter.

Der vorherige Schritt war der Startpunkt meines Systems.

Im nächsten Newsletter geht es um die Basis, auf der Fortschritt überhaupt entstehen kann.

Alle Ausgaben der Serie „Auf dem Weg nach Berlin“ findest du in der Serienübersicht.

Built to run beyond 40,

Herwig Leitner
Founder | Beyond 40 Running
Data-driven. Engineering mindset. Built for long-term performance.

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