BEYOND 40 RUNNING – Erkenntnisse Unterwegs

ERKENNTNIS #1

Vom Feierabendbier zum Marathonprojekt

Wie der Weg nach Berlin auch meinen Kühlschrank verändert hat


Manche Veränderungen im Training sieht man nicht zuerst an der Pace.
Sondern an den Gewohnheiten, die sich leise verschieben.

Bier wird seit Jahrtausenden gebraut.

Bei mir war es deutlich kürzer Teil meines Alltags.

Dafür aber ein durchaus gern gesehener Teil.

Ein Feierabendbier nach einer anstrengenden Woche.

Ein Bier beim Grillen.

Ein Bier beim Fußballschauen.

Nicht täglich. Nicht exzessiv. Aber immer wieder gerne.

Umso spannender fand ich die Frage:

Was passiert eigentlich mit dieser Gewohnheit, wenn aus einem Hobby plötzlich ein ambitioniertes Marathonprojekt wird?

Genau diese Frage führte mich auf eine unerwartete Reise durch die Welt der alkoholfreien Biere.

Es gibt Entwicklungen auf dem Weg zum Berlin Marathon 2026, die hatte ich erwartet.

Mehr Laufkilometer.

Mehr Daten.

Mehr Struktur.

Mehr Wissen über Training.

Mit einer Entwicklung hatte ich allerdings nicht gerechnet:

Dem Inhalt meines Kühlschranks.


Bier, Training und die Realität

Als die Trainingsumfänge zunahmen und die Ziele ambitionierter wurden, begann ich irgendwann darüber nachzudenken, welche Gewohnheiten mich auf diesem Weg unterstützen und welche eher bremsen.

Ich wollte dabei auf nichts verzichten.

Also begann ein kleines Experiment.

Nach einem langen Lauf greifen viele automatisch zu süßen Getränken.

Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich darauf nicht immer Lust.

Nach zwei Stunden Long Run, Gels und isotonischen Getränken habe ich manchmal einfach genug von süßen Geschmäckern und sehne mich nach etwas Herbem.

Genau dort haben alkoholfreie Biere für mich ihren Platz gefunden.

Der Geschmack ist bitterer und für mich irgendwie „erwachsener“.

Und in vielen Situationen schlicht angenehmer als ein weiteres süßes Getränk.

Wenn ich ausschließlich den Geschmack bewerte, finde ich ein gutes klassisches Bier nach wie vor voller und charakterstärker.

Trotzdem greife ich aktuell fast ausschließlich zur alkoholfreien Variante.

Nach einem Lauf sowieso.

Und dies nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch, weil mir der etwas leichtere Charakter nach Belastungen oft entgegenkommt.

Aber auch bei einem gemütlichen Fußballabend greife ich inzwischen meist zur alkoholfreien Variante.

Nicht als reiner Verzicht, denn mittlerweile habe ich mich mit der alkoholfreien Variante angefreundet.

Vor allem aber, weil ich aktuell ein Ziel verfolge.

Der Weg nach Berlin verlangt viele kleine Entscheidungen.

Auch aus diesem Grund verzichte ich momentan nahezu vollständig auf Alkohol. Nicht aus Zwang, sondern aus Überzeugung.

Ganz klar muss man aber auch sagen:

Alkoholfreies Bier ist kein klassisches Bier.

Wer behauptet, man würde überhaupt keinen Unterschied bemerken, macht es sich zu einfach.

Wenn ich den Geschmack als „Laufingenieur“ in seine Einzelteile zerlegen müsste, würde ich es ungefähr so beschreiben:

Rund 80 % des gewohnten Biererlebnisses liefert heute bereits die alkoholfreie Variante.

Weitere 15 % werden mit der Zeit durch Gewöhnung ausgeglichen.

Mein Geschmack hat sich erstaunlich schnell angepasst.

Die verbleibenden 5 % bleiben für mich der Preis, den ich aktuell für mein Ziel bezahle.

Ein Preis, den ich auf dem Weg nach Berlin gerne investiere.


Die Suche nach Alternativen

Mein Einstieg in die Welt der alkoholfreien Biere begann mit Clausthaler.

Es war das erste alkoholfreie Bier, das ich nicht nur einmal probiert habe, sondern regelmäßig gekauft habe.

Während viele andere Alternativen schnell wieder verschwanden, blieb Clausthaler.

Es war sozusagen mein Wegbereiter.

Mit zunehmender sportlicher Aktivität wollte ich jedoch nicht immer dieselbe Sorte trinken.

Ähnlich wie bei Gels im Training entsteht irgendwann der Wunsch nach etwas Abwechslung.

Also begann ich, mich durch das Angebot zu testen.

Im Laufe der Zeit dürften es ungefähr fünfzehn verschiedene alkoholfreie Biere gewesen sein.

Einige waren nach einer Flasche wieder vergessen.

Andere schafften es für kurze Zeit in den Kühlschrank.

Manche überraschten mich positiv.

Andere blieben hinter den Erwartungen zurück.

Geblieben sind am Ende drei.

Drei Biere, die heute regelmäßig den Weg in meinen Einkaufswagen finden.


Eine Wiederentdeckung in Österreich

Während eines Aufenthalts in Österreich suchte ich erneut nach Alternativen.

Dort fiel mein Blick auf eine Marke, die mich viele Jahre zurückversetzte.

Gösser.

Das originale Gösser war in meiner Jugendzeit eines meiner Lieblingsbiere.

Die alkoholfreie Variante war deshalb nicht einfach nur ein weiterer Test.

Sie war eine kleine Reise in die Vergangenheit.

Deshalb trägt Gösser in meinem persönlichen Ranking einen besonderen Titel:

Geschmack von Heimat

Für mich verbindet dieses Bier zwei Dinge, die selten gleichzeitig auftreten:

Vertrautheit und Veränderung.

Der Geschmack erinnert mich an viele Momente von früher, während die alkoholfreie Variante perfekt zu meinem heutigen Alltag passt.

Geschmacklich gehört Gösser für mich ganz klar zu den Top 3 der getesteten alkoholfreien Biere.

Die Erinnerungen machen es nicht besser.

Sie machen es persönlicher.


Der überraschende Favorit

Irgendwann entdeckte ich dann Weltenburger Alkoholfrei.

Eigentlich ohne große Erwartungen.

Doch je häufiger ich es trank, desto öfter griff ich wieder dazu.

Und irgendwann fiel mir auf:

Dieses Bier stand mittlerweile häufiger im Kühlschrank als alle anderen.

Nicht geplant.

Nicht bewusst.

Aber eindeutig.

Deshalb steht Weltenburger heute an der Spitze meines persönlichen Podiums.

Nicht nur, weil es mich geschmacklich überzeugt hat.

Clausthaler hatte ich über die Jahre bereits sehr häufig getrunken und ich war auf der Suche nach etwas Abwechslung.

Und Gösser alkoholfrei ist in Deutschland leider nicht überall erhältlich.

So landete immer öfter ein Weltenburger im Einkaufswagen und blieb dort.

Vor allem aber traf Weltenburger genau meinen Geschmack:

  • Vollmundig.
  • Unkompliziert.
  • Erfrischend durch die angenehme Spritzigkeit der Kohlensäure.

Das Bier, zu dem ich nach einem langen Lauf, einem stressigen Arbeitstag oder einfach aus der Freude am Biergeschmack immer wieder zurückkehrte.

Irgendwann wurde mir klar:

Weltenburger war längst zu meinem persönlichen Favoriten geworden.


Mein persönliches Podium

🥇 Weltenburger

Der neue Favorit

Das Bier, das sich überraschend an die Spitze meines Kühlschranks gearbeitet hat.

🥈 Gösser

Geschmack von Heimat

Eine Erinnerung an frühere Zeiten und gleichzeitig eine gelungene alkoholfreie Alternative.

🥉 Clausthaler

Der Wegbereiter

Das Bier, mit dem die gesamte Geschichte begonnen hat.


Die eigentliche Erkenntnis

Die wichtigste Erkenntnis dieser Geschichte hat nichts mit Bier zu tun.

Sie lautet:

Große Ziele verändern oft nicht nur das Training.

Sie verändern viele kleine Entscheidungen im Alltag.

Nicht durch Verzicht.

Sondern durch bewusste Entscheidungen.

Ich trinke heute nicht weniger gerne Bier.

Ich trinke einfach häufiger die alkoholfreie Variante.

Und wenn mich jemand fragt, welche drei Sorten aktuell regelmäßig den Weg in meinen Einkaufswagen finden, lautet die Antwort:

Weltenburger.

Gösser.

Clausthaler.

Die Reihenfolge kann sich ändern.

Der eigentliche Grund, warum diese drei Biere ihren Platz in meinem Kühlschrank gefunden haben, wahrscheinlich nicht.

Denn der Weg nach Berlin verändert nicht nur meine Laufdaten.

Er verändert viele kleine Entscheidungen, die ich früher nie hinterfragt hätte.

Manchmal sogar den Inhalt meines Kühlschranks.


Built to run beyond 40.

Herwig Leitner
Founder | Beyond 40 Running
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